Zwischen Kunst und Konfession
Hugenottenmuseum Berlin
Sonderausstellung zum 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki
Die Ausstellung begibt sich auf eine überraschende Spurensuche am Französischen Dom und der benachbarten Französischen Friedrichstadtkirche. Sie zeigt, wie sehr das historische Zentrum der Berliner Hugenotten von Daniel Chodowieckis Leben und Werk geprägt wurde.
Daniel Chodowiecki (1726–1801) war schon zu seinen Lebzeiten ein berühmter und einflussreicher Künstler und eine prägende Persönlichkeit der europäischen Aufklärung. Mit seinen Zeichnungen und Radierungen hielt er das Alltagsleben, die Mentalitäten und sozialen Welten des 18. Jahrhunderts eindrucksvoll fest. Weniger bekannt sind sein hugenottisches Familienleben und sein Engagement als Mitglied der Französischen Kirche zu Berlin. Über zwei Jahrzehnte lang prägte er die Geschicke der Gemeinde als Ältester und als Künstler.
Das Hugenottenmuseum Berlin nimmt den 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki zum Anlass, um in einer Sonderausstellung diesen Aspekt seines Gesamtoeuvres zu beleuchten.
Originale Handzeichnungen, ausgewählte Druckgraphiken, historische Bücher und Medaillen geben einen Überblick über die Werke, die Chodowiecki im Auftrag seiner Gemeinde geschaffen hat. In ihnen lässt er tiefempfundene Religiosität, calvinistische Lehre, Ideen der Aufklärung und Kunstschaffen virtuos ineinandergreifen. Als »art director« der Berliner Hugenottengemeinde schuf er zudem ikonische Bilder, die dem Hugenottenmythos visuellen Ausdruck verliehen und ihn tief im kulturellen Gedächtnis verankerten.
Ein Highlight sind die originalen Entwurfszeichnungen für das Skulpturenprogramm am Französischen Dom aus der Kunstsammlung der Akademie der Künste Berlin. Eigentlich ein Meister der Miniaturen, schuf Chodowiecki monumentale Skulpturen und Reliefs, die seither das Aussehen von Dom und Gendamenmarkt bestimmen. Die sogenannten Turmbewohner ergeben ein komplexes theologisches Bildprogramm, das zwischen calvinistischem Bildverbot und preußischem Repräsentationsdenken variiert und exemplarisch für das Selbstverständnis der damaligen Hugenottengemeinde steht.
Exklusive Dokumente aus dem Archiv der Französischen Kirche ergänzen die Exponate. In seiner um 1782 entstandenen Autobiographie gibt Chodowiecki einen unmittelbaren Einblick in seine Schaffensprozesse. Ebenso faszinierend sind die Akten des Consistoriums, die eine Rekonstruktion der Konzeptions- und Baugeschichte der sogenannten Turmbewohner ermöglichen.
Die Exponate gehen mit den historischen Ausstellungsräumen im Französischen Dom einen Dialog ein, der Besucherinnen und Besucher einlädt, Chodowieckis Kunst in ihrem ursprünglichen Zusammenhang zu erleben und den bis heute nachwirkenden hugenottischen Traditionen am Gendarmenmarkt nachzuspüren.
Ort
Hugenottenmuseum Berlin
Gendarmenmarkt 5
10117 Berlin
Öffnungszeiten
Di–So, 11:30–16:30 Uhr
Eintrittspreise
8 Euro: Standard
5 Euro: Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende ab 18 Jahren; Teilnehmende am Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD); Teilnehmende der Aktion Sühnezeichen bzw. der Freiwilligenarbeit in Österreich; Teilnehmende des Freiwilligen Wehrdienstes der Bundeswehr; Studierende bis 25 Jahren; Personen mit Schwerbehinderung (Begleitperson erhält freien Eintritt); Ehrenamtliche (mit Ehrenamtsausweis); Empfänger von Bürgergeld-, Grundsicherungs- und Asylbewerberleistungen; Berlin Guide Verbandsmitglieder
kostenfrei: Personen bis 18 Jahre; Begleitpersonen von Personen mit Schwerbehinderung; Geflüchtete aus der Ukraine; Mitglieder von ICOM, Mitglieder Deutscher Museumsbund; Pressevertreterinnen und Pressevertreter (mit Presseausweis).
Führungen
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung: von Juli bis Oktober 2026 jeden 1. und 3. Samstag im Monat, 14 Uhr
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 10 € inkl. Eintritt in das Museum.
max. Teilnehmerzahl: 15 Personen
Voranmeldung erwünscht unter leitung@hugenottenmueum-berlin.de / Tel. 030 206 164941.
Treffpunkt: Rotunde vor dem Hugenottenmuseum, Französischer Dom, Gendarmenmarkt 5, 10117 Berlin
Gruppen können für Führungen und Workshops eigene Termine buchen. Bitte melden Sie sich bei Interesse gerne: leitung@hugenottenmuseum-berlin.de / Tel. 030 206 164941.
Barrierefreiheit
Das Hugenottenmuseum Berlin ist durch einen rollstuhlgerechten Aufzug barrierefrei zugänglich. Da es sich in einem historischen Gebäude befindet, ist die Zugänglichkeit jedoch nicht überall gleich. Somit empfehlen wir eine Begleitperson.


