Die zwölf Leben des Daniel Chodowiecki
Schloss Neuhardenberg
Eine Wiederentdeckung zum 300. Geburtstag
Chodowiecki war Einwanderer, Hugenotte, Preuße, Miniaturmaler, Bestseller-Illustrator, Aufklärer, Familienmensch, Unternehmer, Akademiedirektor und vieles mehr. Ein Leben, so reich, dass es für zwölf Leben gereicht hätte. Die Ausstellung erzählt von Chodowieckis außergewöhnlicher Biografie und seinem Werk.
Daniel Chodowiecki gehört zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Hinter seinem Ruhm verbirgt sich eine nahezu unglaubliche Lebensgeschichte: Mit 17 Jahren verlässt er das von Armut geprägte Danzig und geht nach Berlin, zunächst nicht als Künstler, sondern als Kaufmann. Erst spät findet der Autodidakt zur Druckgrafik, erlebt jenseits der Vierzig seinen künstlerischen Durchbruch und wird schließlich zu einem der prägendsten Direktoren der Akademie der Künste. Er ist eine wichtige Stimme der französischen Gemeinde, der er familiär verbunden war, ein gefragter Kunstsachverständiger und Vater einer erfolgreichen Künstlerdynastie, in der auch seine Töchter von ihrer Kunst leben können. Die Biografie Chodowieckis ist eine Aufstiegsgeschichte von solcher Fülle, dass es scheint, als habe er nicht ein, sondern zwölf Leben gelebt.
Die Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg lädt dazu ein, diesen außergewöhnlichen Künstler neu zu entdecken. Sie zeigt Chodowiecki als scharfen Beobachter seiner Zeit, als Erzähler menschlicher Schwächen und gesellschaftlicher Widersprüche, als engagierten Aufklärer und als Künstler von erstaunlicher Aktualität.
Erzählt wird auch ein spannender historischer Kriminalfall aus Quappendorf, heute ein Ortsteil von Neuhardenberg: die Geschichte der Witwe Ruschke, die Chodowiecki in seiner Serie »Mode-Thorheiten« aufgriff und die von einem Betrüger mithilfe einer fingierten Schatzsuche um einen beträchtlichen Betrag gebracht wurde.
Im Rahmenprogramm der Ausstellung liest Boris Aljinović unter dem Titel »Scharfe Feder, feine Nadel. In Chodowieckis Welt« Texte aus den Göttinger Taschenkalendern, Sudelbüchern und Aphorismensammlungen des Experimentalphysikers, Satirikers und brillanten Beobachters Georg Christoph Lichtenberg, der immer wieder mit Chodowiecki zusammenarbeitete.
Ort
Ausstellungshalle Schloss Neuhardenberg
Schinkelplatz
15320 Neuhardenberg
Öffnungszeiten
Mi–So & Feiertage, 11–18 Uhr
An Tagen mit Veranstaltungen, deren Beginn nach der üblichen Schließzeit liegt, bleiben die Ausstellungen bis zum Beginn der Veranstaltungen geöffnet.
Eintrittspreise
8 Euro: Standard
5 Euro: Ermäßigt
Lesung
Samstag 17.10.2026, 17:00 Uhr
Großer Saal
Eintritt: € 25,- /
ermäßigt und NHB-Card € 20,-
Barrierefreiheit
Schloss Neuhardenberg ist auf die besonderen Bedürfnisse von Gästen mit Mobilitätseinschränkungen eingerichtet, so gibt es u. a. ein rollstuhlgerechtes Hotelzimmer, gekennzeichnete Parkplätze und barrierefreie Zugänge zu den meisten Gebäuden. Auf Wunsch organisieren wir Ihnen einen Transfer von und nach Seelow-Gusow oder Trebnitz, der auch den Transport von Rollstühlen ermöglicht.
Es stehen Lademöglichkeiten für Elektroautos zur Verfügung.
